Im Mitteilungsheft Nr. 13, erschienen im Januar 1931, taucht das Thema zum ersten Mal auf: Vier Jahre nach seiner Gründung trägt sich der Familienverband mit der Idee, ein eigenes Wappen zu entwerfen. Bruno Borck übernimmt die Federführung bei der Aktion. Nach heftiger Debatte - heute nennt man so etwas wohl "Brainstorming" - beim 5. Familientag am 4. Oktober 1931 in Berlin wird im Mitteilungsheft Nr. 18 (April 1932) eine erste konkrete Planung veröffentlicht.
Bruno Borck schreibt: "Auf einem Hauptschild sollen vier Wappen durch 'Einfassung', wie der Fachausdruck heißt, vereinigt werden. Es sind dies die Wappenbilder der Häuser Esch, Wollin, Saatzig und Rostock. Dazu kommt noch der Wolfskopf. Der Hauptschild ist also geviertelt oder quadriert. Im Schnittpunkt dieser Spalt- und Schnittlinien ist der Mittelschild; dieser trägt den Wolfskopf. Um diesen Mittelschild herum sind nun nicht die ganzen vollständigen Wappen der Häuser zu sehen, sondern nur charakteristische Teile vom Schild oder Helm. Links oben etwa Eberkopf und Tanne (Haus Esch), rechts oben der springende Hirsch aus dem Helmschmuck des Wappens Haus Wollin, unten rechts die gekreuzten Schlüssel (Haus Saatzig) und unten links das Herz mit den drei Blüten (Haus Rostock)." Nur diese vier der damals im Verband geführten 15 Häuser besaßen eigene Wappen.
In der Nacht vor dem 6. Familientag am 2. Oktober 1932 dürfte Bruno Borck kaum Schlaf gefunden haben. Er war nämlich schon einen Tag eher angereist, um mit einem Experten des "Deutschen Herold", der die Wappenrolle führt, über seinen Entwurf zu sprechen. "Manches war heraldisch nicht ganz einwandfrei", berichtet Bruno Borck später. "So fehlte dem Wappen der Helmschmuck, auch die Anordnung der Schilde musste fallen, da diese fast nur bei Länderwappen vorkommt." Also verbringt er die Nacht vor dem Familientag damit, zwei neue Entwürfe zu zeichnen, legt sie am Sonntag den Familienmitgliedern vor und reicht sie dann dem "Deutschen Herold" ein.
Diesmal ist nichts mehr zu bemängeln, und im Mai 1933 ist das Ziel erreicht - die Eintragungsurkunde liegt vor. Sie lautet: "Der Herold, Verein für Wappen-, Siegel- und Geschlechterurkunde zu Berlin, gegründet 2. November 1869, juristische Person durch Allerhöchste Kabinettsordre, gegeben Schloß Babelsberg, 14. August 1882, beurkundet hierdurch Herrn Bruno Borck in Züllichau (Mark), daß das hierunter beschriebene Wappen des aus Esch, Wollin, Rostock und Saatzig stammenden Geschlechtsverbandes Borck in die Wappenrolle des Herold unter 1682/33 eingetragen worden ist. Berlin, den 16. Mai 1933."
Die Beschreibung des Wappens lautet: "Der Schild ist geteilt und oben gespalten. Rechts oben in Blau und ins Andreaskreuz gelegte silberne Schlüssel mit den Bärten nach außen. Links in Gold ein rotes Herz, aus dem drei gestielte und beblätterte rote Rosen sprießen. Unten in Silber ein natürliches Hirschgeweih mit Schädel, auf dem eine natürliche Tanne steht. Aus dem Helm mit schwarzgoldenen Decken wächst ein schwarzer Wolfskopf." Dazu muss man wissen, dass ein Schild stets aus Sicht des dahinter stehenden Kriegers beschrieben wird - rechts und links sind gegenüber der Ansicht von vorn vertauscht. Die bestehenden Wappen der Häuser Esch, Wollin, Rostock und Saatzig sind also gemäß dem ersten Entwurf in das Wappen eingeflossen. Die gekreuzten Schlüssel stehen für Saatzig, Herz und Rosen für Rostock. Im unteren Teil wurden die Tanne (Haus Esch) und der Hirsch (Haus Wollin) vereint.