Was bedeutet Borck? Hier scheiden sich die Geister. In Pommern wird der Name bereits im 13. Jahrhundert von Edelleuten und Bauern geführt. Er soll aus dem Wendischen stammen und "Wolf" bedeuten. Eine andere Ableitung stammt aus dem Deutschen und heißt "Burg", die bergende, schützende Stätte, Stadt, Burg. Auch werden Zusammenhänge hergestellt mit dem polnischen "bor" (Fichte) und dem slawischen "barik" (Koseform von Borislaw).
In den Mitteilungsblättern des Familienverbandes wird diese Frage in vielen Veröffentlichungen diskutiert. Ein gültiges Fazit hat sich bisher nicht ziehen lassen. Dabei wird auch auf die verschiedenen Schreibweisen eingegangen, wobei zwischen den Zeilen oftmals das Unbehagen mit anderen Formen als Borck hervorschimmert. So erscheint die Namensform Bork erst Weihnachten 1953 im offiziellen Titel des Familienverbandes. Und dabei ist das längst nicht alles: Auch die Formen Borg und sogar Borch sind zu berücksichtigen.
Eigentlich wird der Name Borg über das niederdeutsche "borg" aus dem gotischen Wort "baurgs" gleich "burg" über folgende Entwicklung abgeleitet: baurgs (gotisch) - purc, burg (althochdeutsch) - burc (mittelhochdeutsch) - borg (niederdeutsch). Gerade für diese Namensform gibt es im skandinavischen Raum zwei bedeutende Vertreter: Kim Borg, den berühmten und international bekannten Bassisten (geb. 1919), und Björn Borg (geb. 1956), den fünfmaligen Wimbledon-Sieger. An dieser Namensform ist bemerkenswert, daß Borg im Schwedischen "Borj" gesprochen wird. Das aber führt uns unmittelbar zu der Namensform "Borch", einer Form, die von der landschaftlich durchaus üblichen Aussprache des "g" als "ch" ("Machdeburch" für "Magdeburg") hergeleitet werden kann.
Um abschließend - augenzwinkernd - die Verwirrung zu vervollständigen, sei auf den "Neuen Brockhaus" des Jahres 1938 verwiesen, der den Stichworten Borg, Borch und Bork einheitlich die Bedeutung "verschnittener Eber" zuordnet und den Borch dem Niederdeutschen, die beiden anderen Wörter dagegen dem Mitteldeutschen zuweist.
Dieser kleine Exkurs zeigt, daß es bisher nicht gelungen ist, eine gültige Deutung des Familiennamens zu erreichen. Das wird auch künftig sehr schwer sein, weil man die im Laufe der Jahrhunderte eingetretenen Wandlungen in der Schreibweise mit ins Kalkül zu ziehen hat. Bis zum Beweis des Gegenteils müssen also alle Namensformen um Borck herum als gleichwertig angesehen werden.