Ohren wie bei "Rotkäppchen"

Schon die Gebrüder Grimm haben es gewusst: "Großmutter, warum hast du denn so große Ohren?" fragt Rotkäppchen den Wolf, bevor sie gefressen wird. Irgendwie muss diese Erkenntnis dann jedoch in Vergessenheit geraten sein. Wieder entdeckt wurde das besondere Bor(c)ksche Merkmal bei der Gründungsversammlung des Familienverbandes 1927 in Berlin. Und der dabei gewählte Erste Vorsitzende, der Superintendent im Ruhestand Hans Borck, ließ es sich nicht nehmen, aus diesem Ereignis ein Gedicht zu machen, das im allerersten Mitteilungsblatt des Verbandes vom Januar 1928 nachzulesen ist. Es lautet:


Die Borck'schen Ohren

Als im vorigen November
vierzehn Borck's zusammentraten
in Berlin in der Vandalia,
um mit Eifer zu beraten
die Statuten des Verbandes,
den zu gründen sie gekommen
nach Berlin von allen Seiten,
allen Borck's zu Nutz und Frommen,
war auch eine Dame drunter
aus dem Hause der Leddiner,
die ein offnes Auge hatte,
wie man's kennt bei dem Berliner.
Als sie nun betrachtet hatte
mit den Augen scharf und munter
die verschiedenen Borck's im Zimmer,
Reihe auf und Reihe runter,
sprach zur Nachbarin sie leise:
"Eines seh' ich, daß geboren
alle Borck's, die hier anwesend,
ausnahmslos mit großen Ohren.
Als Familienzug, so scheint es,
ist der Umstand anzusehen,
daß die Ohren groß und stattlich
links und rechts am Kopfe stehen."
Also sprach sie. Ob sie recht hat?
Nun, wir wollen's Euch verkünden,
wenn sich zum Familientage
viele Borck's zusammenfinden.
Ob dann wirklich große Ohren
ein Familienzug zu nennen,
wird bei einer stillen Musterung
man mit Leichtigkeit erkennen.
Große Ohren! Ei wir lassen
uns die Gabe nicht verdrießen,
kann man doch mit ihrer Hilfe
manches Köstliche genießen.
Für die Worte unseres Gottes
und für die erfahrenen Alten
wollen wir die großen Ohren
nur recht fleißig offenhalten.



Die Borkes in Pommern