"Dat is so old as de Borcken un de Düwel!" Dieses Sprichwort verlegt das erste Erscheinen der Borken nach Pommern, genauer gesagt nach Hinterpommern. Als die Germanen im sechsten und siebten Jahrhundert aus Pomorje (= Land am Meer) abzogen, kamen die slawischen Pomoranen nach. Sie wurden bald von dem westslawischen Fürstenhaus der Greifen beherrscht. Friedrich Barbarossa (1122 - 1190) erkannte Bogislaw I. (1136 - 18.3.1187) als Herzog der Slawen und als Reichsfürsten an.
Seinem Einfluss weit entrückt, saß an der mittleren Rega das uralte, ursprünglich wendische Geschlecht der Borke, deutsch "v. Borcke" - man spricht auch von den Borkonen, - das den Pommernherzögen gegenüber vom Lehnseid befreit war und ihnen nur huldigte. Die Familie Borke/v. Borcke tritt mit "Pribislaus filius Borkonis" (Pribislaus, Sohn Borkos) urkundlich erstmals 1186/87 in das Licht der Geschichte. Borko, alteingesessener Edler pomoranischer Abkunft, gilt als Ahnherr der Familie. Auf ihrem Eigentum gründet sie die vier Städte Regenwalde (1282), Labes (1295), "Wulvesberg" (Wolfsberg Stramehl 1348) und Wangerin (vor 1410). Sie sitzt aber auch auf der Falkenburg an der Drage, auf Schloss Pansin am Krampehl, auf Usedom und an der Peene. Die Familie hat große Verdienste an der Besiedlung und am Aufbau des Landes.
Wie sieht es im übrigen Deutschland damals aus? Mit dem Ende der Stauferzeit beginnen 1252 anarchische Zustände, die bis zum Ende des 14. Jahrhunderts anhalten. Wirtschaftlich, kulturell und militärisch beginnt durch städtische Geldwirtschaft an Stelle der Naturalwirtschaft, durch Universitäten und gelehrte Bürgerschichten sowie ganz besonders durch Söldnerheere ein Umbruch, der die Ritterschaft verarmen lässt. Und so werden auch einige Mitglieder der Familie Borke von der "Krankheit Raubritter" angesteckt. Am schlimmsten Macko Bork. Dahinter steckt Matzke (für Matthias) Bork.
Aber auch diese Periode geht zu Ende. Die Borkes werden zu guten Preußen. So heißt das preußische Infanterie-Regiment Nr. 30 "von Borcke", dessen III. Bataillon 1807 zu den Verteidigern von Kolberg gehört. Der erste Träger des Eisernen Kreuzes 2. Klasse nach seiner Stiftung 1813 ist ein Major von Bork (oder Borcke), der Kommandeur eines pommerschen Füsilier-Bataillons. Das Geschlecht stellt auch hervorragende Vertreter in der preußischen Verwaltung, und außerdem rechnet man ihm zwei weitere Unika zu: Ihm gehörte der erste in der Geschichte genannte pommersche Edelmann an und der erste deutscher Übersetzer der Werke von Shakespeare (um 1750).
Ein solches Geschlecht ist natürlich für die Mitglieder des Familienverbandes Borck (später Borck/Bork) Anreiz, durch die Familienforschung einen "Anschluss" daran zu finden. Das ist bisher nicht gelungen. Borcks sind (bzw. waren) außerdem nicht nur in Pommern ansässig. Im Baltikum gab es bis 1945 einen starken Zweig, und auch andere Landschaften haben "ihre" Bor(c)ks, wobei ziemlich sicher ist, dass die Namen dort andere Quellen haben. Der Familienverband half sich durch die Gründung von (bis jetzt 21) "Häusern", die jeweils einzeln erforscht werden, wobei ein Zusammenwachsen entweder untereinander oder mit dem pommerschen Uradelsgeschlecht erhofft wird.